Erste Wahl: Europa!

So lautete das Motto der Veranstaltung der Auslandsgesellschaft.de im Februar in Münster, bei der es vor allem um die Rolle der Zivilgesellschaft im Vorfeld der Europawahl ging. NRW-Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner außerte sich in seinem Grußwort besorgt über die zunehmenden europaskeptischen Tendenzen in einigen EU-Mitgliedsstaaten. In Polen habe er kürzlich in Gesprächen anhören müssen, dass sich die EU nicht in die nationalen Belange des Landes einzumischen habe. „Aber die Staatengemeinschaft verliert jede Glaubwürdigkeit, wenn wir Werte wie Menschenrechte, Pressefreiheit oder Rechtsstaatlichkeit nicht durchsetzen. Das ist keine Bevormundung der EU, sondern ihre Pflicht“, sagte Holthoff-Pförtner in der Aula des Schlosses. Wissenschaftler, Politiker und Fachleute versammelten sich dort zur Konferenz „Erste Wahl: Europa!“, die die Auslandsgesellschaft zusammen mit der Universität Münster organisiert hatte. Dabei ging es schwerpunktmäßig um die vielseitigen Facetten Europas im Land Nordrhein-Westfalen.

 

Foto: Dirk Berger Diskussionspartner der Konferenz (v.l.): Ulrich Beul, stellv. Vorsitzender Europa-Union NRW; Klaus Wegener, Präsident Auslandsgesellschaft.de; Dorothee Feller, Regierungspräsidentin RB Münster; NRW-Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner; Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke; Prof. Dr. Johannes Wessels, Rektor WWU Münster; Roland Schäfer, Präsident Städte- und Gemeindebund NRW

Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels sorgte sich in seiner Begrüßungsrede explizit vor den Folgen des Brexits. Wenn Großbritannien mit seinen hohen Standards als Konkurrent wegfalle, sei ein Qualitätsverlust in der Forschung zu befürchten, sagte Wessels mit Blick auf die zahlreichen gemeinsamen Projekte.

In einer von Wolfram Kuschke, Ehrenvorsitzendem der Europa-Union NRW, moderierten Gesprächsrunde diskutierten neben Wessels auch Roland Schäfer, Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, Regierungspräsidentin Dorothee Feller und Ulrich Beul, stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union NRW,  über die Verbindungen zwischen der Region und Europa. Feller setzte sich für die Pflege von Partnerschaften ein. „Über Städtepartnerschaften ergeben sich oft wunderbare Freundschaften. Der regelmäßige Austausch mit unseren europäischen Nachbarn baut viele Brücken – auf wirtschaftlicher, politischer und privater Ebene“, so Feller. Neben den Sorgen gab es also auch Zuversicht. „Wir müssen die jungen Leute begeistern, wählen zu gehen“, sagte etwa Holthoff-Pförtner mit Blick auf die Europa-Wahlen am 23. bis 26. Mai.

 

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