Europäisches Herbstforum: Die Zukunft des Euro

Bereits zum drittem Mal luden der Europa-Union Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, deren Jugendverband Junge Europäische Föderalisten (JEF) Bonn und die Regionale Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn zum Europäischen Herbstforum in die Räumlichkeiten der EU am Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn. Besonderer Gastredner in diesem Jahr war Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank und Schatzmeister der Europa-Union Deutschland. Sein Thema und damit das Motto des Forums war: „Die Zukunft des EURO – Die Währungsunion zehn Jahre nach der Finanzkrise“.

(v.l.n.r.) Peter W. Wahl, Landesvorsitzender der Europa-Union NRW, Jan Küthe, JEF Bonn, Heinz-Wilhelm Schaumann, Vizepräsident der Europa-Union Deutschland, Ingrid Sprengelmeier-Schnock, Stellv. Kreisvorsitzende der Europa-Union Bonn/Rhein-Sieg, Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, Patrycja Sypel, Kommunikationsleiterin der Regionalen Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn. Bild: Europa-Union Bonn/Rhein-Sieg

Patrycja Sypel von der Regionalen Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn eröffnete das Forum und begrüßte neben dem Gastredner Wuermeling sehr herzlich rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter viele Studierende der Universität Bonn und der Hochschule Koblenz RheinAhrCampus. Für den Kreisverband der Europa-Union hieß die stellv. Kreisvorsitzende Ingrid Sprengelmeier-Schnock die Teilnehmenden herzlich willkommen und setzte mit der Frage „Kann man den EURO lieben?“ einen ersten Akzent für die spätere Diskussion mit Prof. Wuermeling. Jan Küthe, Co-Sprecher der JEF Bonn, freute sich vor allem über die Präsenz so vieler junger Teilnehmer und stellte in seinem Grußwort heraus, dass die gute Zusammenarbeit mit der Europa-Union auch im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe sehr wichtig für den Erfolg der JEF im Bonner Raum sei. Peter Wahl, Landesvorsitzender der Europa-Union NRW überbrachte die Grüße des Landesverbandes.

Bundesbankvorstand Prof. Dr. Joachim Wuermeling zeigte sich erfreut über die Einladung nach Bonn und erinnerte sich an die Zeit zurück, in der er noch selbst in Bonn in den 90er Jahren tätig war. In seinen Ausführungen richtete er zunächst den Blick zurück in die Vergangenheit und damit auf das seit der Einführung des EURO Erreichte. Wuermeling betonte nachdrücklich, dass die gemeinsame Währung im Euroraum eine Erfolgsgeschichte sei, was insbesondere die auf lange Sicht an Benchmarks wie stabiler Kaufkraft, stabilem Außenwert und internationaler Verbreitung festzumachen sei.

Im zweiten Abschnitt seines hochinteressanten Vortrags ging Professor Wuermeling auf die aktuellen Prioritäten und Notwendigkeiten der Geldpolitik ein. Hier betonte er, dass das Ziel Preisstabilität der klare Kompass für die Geldpolitik sein müsse. Wie in den Verträgen festgehalten sei die Rolle der Bundesbank daher eine Art „Hüterin der Preisstabilität“. Die Geldpolitik dürfe nicht von anderen Gesichtspunkten wie beispielsweise die Bonität von Staaten oder Banken dominiert werden. Die aktuell expansive Geldpolitik, so Wuermeling, sei eine Reaktion auf die Finanz- und Staatsschuldenkrise und deren Nachwehen. Deren Wirkungen  und Beiträge zur Konjunkturunterstützung nähmen jedoch ab, je länger sie anhalte. Daher sei es richtig, langsam mit dem Ende der expansiven Geldpolitik zu beginnen.

Für die Zukunft sei wichtig, so Prof. Wuermeling, die Währungsunion dahingehend zu reformieren, dass an den Schwachstellen der letzten Krise ansetzend die Wirtschafts- und Finanzpolitik der EURO-Staaten diszipliniert werde. Die Bindung an Regeln müsse wieder im Mittelpunkt stehen. Für nachhaltige Reformen sei jetzt der richtige Zeitpunkt, zumal mit Staatspräsident Macron in Frankreich ein interessierter Partner für einen entsprechenden Reformprozess vorhanden wäre.

Auch angesichts vieler weiterer Krisen in und außerhalb der EU sei es nun mehr denn je gefragt, das wichtige Gemeinschaftsprojekt – die Europäische Union – wetterfest zu machen und ein Signal zu senden nach dem Motto: „Mit uns Europäern ist zu rechnen!“

Im Anschluss fand eine lebhafte und intensive Diskussion mit Professor Wuermeling statt, der sich den vielen Fragen der Teilnehmenden stellte und keine Antwort schuldig blieb. Abschließend dankten EUD-Vizepräsident Heinz-Wilhelm Schaumann und Andreas Christ, Leiter des Europa-Info-Punkt Bonn, dem Gastredner für sein Kommen und seine interessanten Ausführungen.