Fahrraddemo „Europa braucht Dich jetzt!“ trotzt dem Wetter

Zumindest Zwanzig waren nicht aus Zucker und haben sich mit Europafahnen ausgestattet am vergangenen Samstag von Hennef aus bei Dauerregen auf den Weg zu einer Fahrraddemo durch den Rhein-Sieg-Kreis gemacht. Das Ziel der Demo, die von der überparteilichen „Europa-Union Deutschland“ veranstaltet wurde (Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg): öffentlich für die europäische Idee einzutreten und Menschen dafür zu motivieren, zur Europawahl zu gehen. „Denn wir wollen Europa nicht seinen Feinden überlassen“, sagten die Initiatoren bei der Begrüßung.

Foto: Leopold Sprengelmeier

Foto: Leopold Sprengelmeier

Die Route, die vom ADFC (Ortsgruppe Hennef) ausgearbeitet worden war, führte über mehrere Stationen: den Europaplatz in Siegburg, die Gärten der Nationen und den Generationenpark (Projekt „Grünes C“) und dem Huma in Sankt Augustin. An diesen Punkten der Exkursion gab es jeweils kurze Infos mit Bezügen zur EU.

Das war interessant und vieles war neu für mich“, sagte einer der Teilnehmer. „Außerdem war es ein tolles Gefühl, als Fahrradgruppe in einem Verband unterwegs zu sein. Dadurch konnten wir auch auf Straßen fahren, die für uns Radfahrer sonst gesperrt sind, wie zum Beispiel durch die Bahnunterführung. Und wenn es die Gruppe bei Grün nicht komplett über die Kreuzung geschafft hatte, durften wir auch bei Rot weiterfahren.

Nach zwei Stunden kam die durchweicht-fröhliche Schar wieder am Infostand der Europa-Union auf dem Marktplatz in Hennef an. Bei weiter anhaltendem Dauerregen fand die Schlussdiskussion und Fragerunde zur EU mit Kathrin Wesolowski, Europäische Kommission (Bonn), und Lennard Berghoff, Junge Europäische FöderalistInnen (Bonn) in einer kleinen Runde statt. Es war aber trotzdem ein intensiver Austausch, bei dem vor allem drei Themenblöcke zu Sprache kamen:

Erstens wurde nach den Möglichkeiten der Mitwirkung bei der EU gefragt. Das sei natürlich die Europawahl am 26. Mai. Darüber hinaus gebe es die Möglichkeit, eine Europäische Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Das amtliche Register sei online und wenn innerhalb von einem Jahr 1 Million Menschen (aus mehreren Ländern) dafür stimmen, werden die Initiatoren zu einer Anhörung eingeladen und die Europäische Kommission müsse sich anschließend mit dem Anliegen befassen.

Das zweite Thema war der Beitrag der EU zum Umweltschutz. Dabei ging es um Plastikmüll, Artenschutz und Nitratbelastung des Wassers. In der Runde stieß dabei auf Unverständnis, dass in Deutschland Nitrat-Grenzwerte beschlossen werden, die über den Richtwerten der EU liegen.

Der dritte Themenbereich waren Partnerschaften in der EU. Es wurde das EU-Programm „Erasmus+“ vorgestellt. Dort gebe es nicht nur für Studierende Stipendien für ein Auslandsjahr in einem EU-Staat, sondern auch für SchülerInnen und Auszubildende. „Erasmus+“ fördere außerdem Projekte für Erwachsenenbildung und auch Jugendaktionen, zum Beispiel im Breitensport. Auch das Berufsbildungsprogramm „Nice to work with you!“ gehöre zu „Erasmus+“ und ermögliche kommunalen Verwaltungsangestelten, im Ausland Erfahrungen zu sammeln.

„Das war eine tolle Demo, die schönes Wetter und viel mehr Teilnehmer verdient hätte“, sagte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung und traf damit die Stimmung bei dieser besonderen Europainitiative.

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