Projektübersicht
Was ist die SimEP?
Die Simulation des Europäischen Parlaments (SimEP) wird bereits seit über zehn Jahren - mit zwei Jahren coronabedingter Unterbrechung - mehrmals jährlich von den Jungen Europäischen Föderalist:innen Nordrhein-Westfalen (JEF NRW) in unterschiedlichen Schulen und Rathäusern in ganz NRW organisiert. Jedes Jahr erhalten bis zu 500 Jugendliche die einmalige Gelegenheit, europäische Politik und parlamentarische Abläufe hautnah mitzuerleben.
Die Teilnehmenden - in der Regel Oberstufenschüler:innen - schlüpfen für einen Tag in die Rolle von Europaabgeordneten, Journalist:innen oder Lobbyist:innen und diskutieren in Fraktionen, Ausschüssen und im Plenum über aktuelle und kontroverse europapolitische Themen.
Durch die engagiert geführten Debatten und jährlich wechselnden Themen erweitern die Schüler:innen ihre Sachkompetenzen über die Funktionsweise der Europäischen Union und trainieren gleichzeitig ihre Argumentationsfähigkeit. Zudem lernen sie, dass politische Entscheidungsprozesse viel Teamarbeit und Kooperation erfordern. Häufig werden sie dabei von “echten” Politiker:innen aus dem Europäischen Parlament oder von externen Fachexpert:innen beraten und unterstützt.
Wie läuft eine SimEP ab?
Die SimEP dauert einen ganzen Schultag. Sie beginnt in der Regel um 8 oder 9 Uhr morgens und geht bis 16 oder 17 Uhr am Nachmittag.
Der Vormittag: Die teilnehmenden Schüler:innen werden nach dem Zufallsprinzip je einer der acht Fraktionen des Europäischen Parlaments zugeteilt. Am Vormittag entwickeln sie in den Fraktionssitzungen ihre gemeinsame politische Position zu einem Gesetzestext, der stets an einer “echten” EU-Richtlinie oder -Verordnung orientiert ist. Darüber hinaus diskutieren sie mögliche Änderungsanträge, die sie später im Plenum in die Debatte einbringen möchten.Währenddessen finden auch bereits die ersten Verhandlungen mit den anderen Fraktionen statt, um die Mehrheiten für die Abstimmungen in der Plenarsitzung am Nachmittag auszuloten.
Der Nachmittag: Nach der Mittagspause kommen alle Schüler:innen im Plenarsaal zusammen. Die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden - auch Schüler:innen - stellen zunächst die grundsätzliche Position ihrer Fraktion vor. Anschließend werden die eingereichten Änderungsanträge begründet, debattiert und schlussendlich abgestimmt.
Während der gesamten Simulation begleitet eine engagierte Schüler:innenpresse die Arbeit der Europaabgeordneten. Sie berichtet über die Diskussionen, Hintergründe, das Geschehen hinter den Kulissen und deckt manchmal sogar den ein oder anderen politischen Skandal auf. Die Berichte und Push-Meldungen werden auf einem eigens für die Simulation eingerichteten digitalen News-Channel gepostet, der für alle Teilnehmenden zugänglich ist .
Das Europäische Parlament ist das einzige direkt gewählte transnationale Parlament der Welt. Die Vielfalt der Sprachen, kulturellen Hintergründe und politischen Perspektiven macht die Simulation besonders lebendig. Die Teilnehmenden schlüpfen für einen Tag in die Rolle einer Bulgarin, eines Griechen, einer Französin oder eines Slowaken aus unterschiedlichen politischen Richtungen – und erleben so die Vielfalt Europas hautnah.
Ziele und Bedeutung der SimEP
Die SimEP verfolgt ein klares Bildungsziel: Sie möchte das Verständnis für Demokratie, politische Teilhabe und europäische Zusammenarbeit fördern.
Demokratie lebt von Beteiligung und Diskurs – sie funktioniert nur, wenn Bürger:innen verstehen, wie politische Entscheidungen entstehen und wie Kompromisse ausgehandelt werden. Gerade die Europapolitik gilt oft als komplex und schwer verständlich, hat jedoch enorme Bedeutung für das tägliche Leben in den Mitgliedsstaaten.
Besonders junge Menschen, die gerade erst wahlberechtigt sind, werden in politischen Debatten häufig wenig berücksichtigt. Dabei sind sie diejenigen, die die Zukunft Europas gestalten. Hier setzt die SimEP an:
Sie
- vermittelt Jugendlichen die Bedeutung der Europapolitik,
- sensibilisiert für die politischen Herausforderungen der Europäischen Union,
- und verdeutlicht die zentrale Rolle des Europäischen Parlaments in europäischen Entscheidungsprozessen.
Damit trägt die SimEP dazu bei, das Interesse junger Menschen an Politik zu fördern und langfristig die Wahlbeteiligung zu erhöhen.
Die SimEP ist aber weit mehr als ein Planspiel, sie ist eine lebendige Erfahrung europäischer Demokratie. Sie ermöglicht Jugendlichen, den politischen Alltag in Brüssel und Straßburg nachzuvollziehen, Verantwortung zu übernehmen und die Bedeutung von Kompromissen, Argumentation und Beteiligung zu erleben.
Mit Leidenschaft, Teamgeist und politischem Interesse lernen junge Menschen, ihr Europa zu gestalten und nehmen wichtige Erkenntnisse und Motivation für ihr zukünftiges Engagement in der Demokratie mit!
Bei Interesse und sämtlichen Anfragen rund um die SimEP, wenden Sie sich gerne an den Landesvorstand der JEF NRW unter simep(at)jef-nrw.de.
Die derzeitigen Projektleiter der SimEP im Vorstand der JEF NRW sind Philipp Kloster (philipp.kloster(at)jef-nrw.de) und Niklas Prinz (niklas.prinz(at)jef-nrw.de). Zögern Sie nicht, uns anzuschreiben.