75 Jahre Montanunion: Von den Anfängen zur Zukunft der EU

Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Loth begann am 18. Juli 2026 die Landesversammlung der Europa-Union Nordrhein-Westfalen in Münster. Die gemeinsam mit der Europa-Union Münster und dem Europe Direct Steinfurt ausgerichtete Veranstaltung stand unter dem Titel „75 Jahre Montanunion. Zu den Anfängen, zur Gegenwart und zur Zukunft der EU“.

Im Mittelpunkt standen die Anfänge der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Schuman-Plan und der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl wurde der Grundstein für die heutige Europäische Union gelegt. Kohle und Stahl sollten fortan gemeinsam kontrolliert und ein erneuter Krieg zwischen den europäischen Staaten verhindert werden. Die europäische Einigung war damit von Beginn an ein Friedensprojekt.

Viele Grundsätze, die bereits die Montanunion prägten, sind auch für die heutige Europäische Union von Bedeutung:

 

 

  1. Die europäische Einigung ist ein Projekt der Demokratie und des Friedens.
  2. Europa benötigt Eigenständigkeit und gemeinsame Handlungsfähigkeit.
  3. Gemeinsames Handeln setzt supranationale und verbindliche Entscheidungen voraus.
  4. Der deutsch-französische Ausgleich bildet einen zentralen Kern der europäischen Zusammenarbeit.
  5. Europa entwickelt sich schrittweise durch gemeinsame Antworten auf konkrete Krisen.
  6. Die Europäische Union braucht politische Führungsfähigkeit.
  7. Europäische Kompromisse erfordern Flexibilität im Detail.

Mit Blick auf die Gegenwart ging es insbesondere um Europas Eigenständigkeit in einer zunehmend multipolaren Welt. Thematisiert wurden notwendige Reformen, die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit sowie der Ausbau der europäischen Verteidigungsunion. Dabei spielten auch das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und der NATO sowie mögliche Synergien eine wichtige Rolle.

Im Anschluss entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit dem Publikum. Die Fragen reichten von der Zukunft der EU als Friedensprojekt über die europäische Wirtschafts- und Verteidigungspolitik bis zur Zusammenarbeit zwischen EU und NATO. Damit bildete der Vortrag einen gelungenen inhaltlichen Auftakt zur Landesversammlung 2026 der Europa-Union Nordrhein-Westfalen.

Foto: Europa Union NRW