World Café „Brexit und kein Ende…“

Gemeinsam mit der Auslandsgesellschaft.de e.V. und dem Lüner Stadtverband der Europa-Union lud die Stadt Lünen am Donnerstag, 25. Oktober 2018, zum World Café „Brexit und kein Ende…“ in das St.-Georg-Gemeindezentrum in Lünen. An vier Thementischen diskutierten die Gäste lebhaft mit den Experten.

v.l.n.r.: Jochen Otto, Dr. Keith Archer, Kirsten Wagner, Jürgen Kleine-Frauns, Dr. Sigrid Fretlöh, Wulf-Christian Ehrich, Marc Frese, Rolf Dickel. Bild: Marie-Christin Lux

Im Vordergrund der Veranstaltung stand der Austausch und die Diskussion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – sowohl miteinander als auch mit geladenen Experten. Nach der offiziellen Begrüßung durch Jürgen Kleine-Frauns, Bürgermeister der Stadt Lünen, Marc Frese vom Vorstand der Auslandsgesellschaft.de, Peter W. Wahl, Landesvorsitzender der Europa-Union NRW sowie Jochen Otto von der Europa-Union Lünen erläuterte Dr. Sigrid Fretlöh, die als Vertreterin des Rednerdienstes der Europäischen Kommission das World Café moderierte, den Ablauf des Abends: An insgesamt vier Thementischen konnten sich Europainteressierte zu unterschiedlichen Bereichen des Themas „Brexit“ und den zu erwartenden Folgen informieren und mitdiskutieren.

Am ersten Tisch erwartete Dr. Keith Archer, ehemaliger Pfarrer aus Salford und selbst seit 1980 aktiv am Austausch zwischen Lünen und Salford beteiligt, die gut 30 Gäste, um mit ihnen über die britische Perspektive auf den bevorstehenden Brexit zu sprechen. Unter dem Titel „Europäisches Leben nach dem Brexit?“ ging es hier vor allem um die unterschiedlichen Standpunkte innerhalb der britischen Gesellschaft hinsichtlich des Referendums und inwiefern der Austritt aus der EU zu einer gesellschaftlichen Spaltung führen könnte.

Mit Jochen Otto konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach der britischen auch die kommunale Perspektive beleuchten. Am Thementisch „Europa vor Ort“ ging es vor allem darum, Ideen zu sammeln, welche Möglichkeiten sich für die Stadt Lünen auch nach dem Brexit bieten, um Kontakte zum Vereinigten Königreich aufrechtzuerhalten. Als wichtiges Instrument wurden hierfür die bereits bestehenden Beziehungen über die Städtepartnerschaft zwischen Lünen und Salford identifiziert, die zukünftig noch weiter gestärkt werden sollten.

Die Hoffnung, bestehende Verbindungen und Austausche weiterführen zu können, bestimmte auch die Diskussion am dritten Thementisch. Kirsten Wagner von der EU-Geschäftestelle für Wirtschaft und Berufsbildung der Bezirksregierung Arnsberg wies hier auf die Gefahren hin, die der Brexit für die Weiterführung von Austauschprogrammen für Auszubildende in das Vereinigte Königreich mit sich bringt. Sollten diese nach dem britischen Austritt aus der EU keine finanzielle Förderung mehr erhalten, so Wagner, müssten diese eventuell eingestellt werden.

Wie groß die Veränderungen darüber hinaus auf wirtschaftlicher Ebene sein werden, erläuterte Wulf-Christian Ehrich von der IHK zu Dortmund den Gästen am vierten Thementisch. Um die Unternehmen auf deutscher Seite bestmöglich auf die Zeit nach dem Brexit vorzubereiten, versorgt die IHK diese bereits mit detaillierten Checklisten. Wirtschaftliche Einbußen, das machte Ehrich deutlich, seien aber vor allem auf britischer Seite zu erwarten.

Als Fazit nach drei Diskussionsrunden waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Erst nach dem offiziellen Austritt des Vereinigten Königreichs am 30. März 2019 werden die Folgen des Brexits wirklich absehbar sein. Doch um auch in Zukunft die Beziehungen zu den britischen Inseln auf kultureller, persönlicher und wirtschaftlicher Ebene aufrechterhalten zu können, ist schon jetzt jeder Einzelne gefragt.

Text: Marie-Christin Lux, Europabeauftragte der Stadt Lünen